Johannes Reuchlin (1455-1522) – Pionier des christlich-jüdischen Dialogs aus Schwaben

Vor 500 Jahren starb der in Pforzheim geborene Jurist Johannes Reuchlin. Ein Anlass, seiner zu gedenken, denn der Humanist gehörte zu den Ersten unter den Christen, die das Gespräch suchten mit Juden, um von ihnen zu lernen. Als Fürsprecher der Juden trat er auf, indem er energisch Bestrebungen widersprach, diesen ihre heiligen Schriften wegzunehmen. 1518 sollte er Professor in Wittenberg werden, trat diese Stelle jedoch an seinen Großneffen Philipp Melanchthon ab. So gesehen war Reuchlin auch Wegbereiter der Reformation, zu der er jedoch zunehmend in Distanz trat.  Der katholischen Kirche blieb er treu, obwohl diese ihn wegen seiner Judenfreundlichkeit der Irrlehre angeklagt und der Papst ihn zum Stillschweigen verurteilt hatte. Am 30. Juni 1522 starb Reuchlin in Stuttgart. Sein Lebensweg hatte ihn zuvor nach Basel und Paris, nach Florenz und Rom, nach Linz und Wien geführt. Wie viele Humanisten war er also auch ein erster moderner Europäer.

Referent: Prof. Dr. Martin Jung, Professor für Historische Theologie an der Universität Osnabrück

Die Veranstaltung ist kostenlos. Der gemeinnützige Verein Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Osnabrück e.V. bittet um eine Spende.

Foto: Universität Osnabrück

Datum

31. Okt 2022

Uhrzeit

19:30

Preis

Eintritt frei

Ort

Gemeindehaus der Bergkirche
Bergstr. 16, Osnabrück

Veranstalter

Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Osnabrück e.V.