Im Niemandsland

Christen jüdischer Herkunft im Nationalsozialismus – das Beispiel der hannoverschen Landeskirche  
Vortrag von Uta Schäfer-Richter

In welchem Ausmaß wurden Christen in die antisemitische Verfolgung der Nationalsozialisten einbezogen? Wie verhielten sich die hannoversche Kirchenleitung und einzelne Pastoren zu der bedrängten Situation ihrer »nichtarischen« Kirchenmitglieder?
Auf der Basis einer Vielzahl rekonstruierter Einzelschicksale betrachtet Uta Schäfer-Richter zunächst den historischen, nach Generationen unterschiedenen Erfahrungshintergrund der Christen jüdischer Herkunft. Anschließend beleuchtet sie das außerordentlich breite Spektrum der Verfolgungserfahrung dieser Christen, das von der relativen Verschonung bis zu Vertreibung und Mord reicht.
Die Referentin legt die spannungsreiche Zwitterstellung der Christen jüdischer Herkunft dar, die sich aufgrund ihrer verwandtschaftlichen Verflechtung mit der »arischen« sowie der »nichtarischen« Bevölkerung zwischen der verfemten jüdischen Minderheit und der verherrlichten deutschen »Volksgemeinschaft« befanden.

Uta Schäfer-Richter, geb. 1956, studierte Geschichte und evangelische Religion und ist freie Historikerin. Veröffentlichungen u.a. zu Themen der Industrialisierung und des gesellschaftlichen Wandels in der Region sowie zur nationalsozialistischen Judenverfolgung.

Information: Pastor Torsten Both,

Foto: Wallstein Verlag

Datum

10. Okt 2022

Uhrzeit

18:00

Preis

Eintritt frei

Ort

St. Marien
Markt 28, Osnabrück

Veranstalter

Kirchengemeinde St. Marien | Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Osnabrück e.V.